Falscher Enkel landet einen Kobuk – Schuld? Twitter!

Der kanadische Folksänger Gordon Lightfoot segnete gestern das Zeitliche, so berichteten zumindest Zeitungen und TV-Stationen von Vancouver Sun, Globe and Mail, Toronto Star und CBC bis zur Canadian Press. Die Radiostationen des Landes setzten Lightfoots Songs auf Heavy Rotation, was wiederum einem auffiel: Gordon Lightfoot himself. Der rief leibhaftig beim Radiosender 680News an:

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Was war passiert? Jemand hatte sich am Anrufbeantworter von Lightfoots Musikerkollegen Ronnie Hawkins als dessen Enkel ausgegeben und die traurige Nachricht überbracht. Hawkins Frau begann danach, Freunde zu informieren – bis die Nachricht (möglicherweise über Twitter) bei Canwest landete, Kanadas größtem Medienhaus. Dort wurde journalistisch geschlampt: Als zweite Quelle (“Check, recheck, double-check”) wurde Hawkins kontaktiert – der jedoch schon der Ursprung der ersten “Quelle” war. Lightfoots Nachruf landete im Nachrichtenstrom – mit dem Verweis auf “Quellen, die der Familie nahe stehen” (Plural, wohlgemerkt). Die Nachricht wurde dann landauf, landab zitiert – in traditionellen Medien und online, auf Twitter & Co.

Die traditionellen Medien beeilten sich, ihre Falschmeldungen vom Netz zu nehmen, anstatt dort die Geschichte zu aktualisieren. Die Links auf diese Artikel in den Tweets und Retweets führten nun zu Fehlerseiten – was das Online-Gerücht deutlich langsamer eindämmte, als es Berichtigungen getan hätten.

Schnell hatten die Medien einen Schuldigen gefunden: Twitter-Gerüchte. Canwest selbst schreibt, anstatt den eigenen Recherchefehler einzugestehen, von einem Internet-Hoax. Der falsche Enkel hatte jedoch telefoniert.

Via Regret the Error.

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8 Comments

  1. Markus Pirchner
    Posted 20. Februar 2010 at 01:04 | Permalink

    Medienkritik wirkt umso besser, je sorgfältiger man selber arbeitet: LightfooT, LightfooT, LightfooT. Da war wohl Hunger der Vater des Tippfehlers (LightfooD)

  2. Posted 20. Februar 2010 at 01:21 | Permalink

    Das war er, indeed. Aber so ein Artikel ist eh nicht fertig, bevor ihn nicht ein paar Kommentatoren korrekturgelesen haben.

  3. Markus Pirchner
    Posted 20. Februar 2010 at 11:58 | Permalink

    :-) Crowdsourcing rules.

  4. Markus Pirchner
    Posted 20. Februar 2010 at 12:01 | Permalink

    außerdem nach neuer Rechtsschreibung: Korrektur gelesen haben

  5. Posted 20. Februar 2010 at 20:57 | Permalink

    @Markus: Bin ein gr0ßer Verfechter der neuen Rechtschreibung, aber in dem Fall kannsiemichkreuzweise. :-)

  6. Killkenny
    Posted 22. Februar 2010 at 14:41 | Permalink

    Dann hab ich noch einen: bis die Nachricht (möglicherweise über Twitter) bei Canwest landete, Kanadas größteM Medienhaus. Dativ!

  7. Posted 22. Februar 2010 at 18:51 | Permalink

    @Killkenny: Thx.

  8. Posted 22. Februar 2010 at 18:53 | Permalink

    Tja, die logische Konsequenz? Twitter muss vor Veröffentlichung seiner Meldungen unbedingt die Quellen besser prüfen.

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