Annäherungsversuch, Nötigung: APA lost in translation

Der Standard und viele andere Medien veröffentlichen eine Meldung von APA/dpa über Details zu den Vorwürfen gegen den Wikileaks Gründer Julian Assange. Diese Meldung stützt sich auf einen Artikel des Guardian. Wie wir bereits wissen, ist das Übersetzen nicht immer einfach, so auch in diesem Fall.

Die APA/dpa meint:

Die „Fräulein A“ genannte Schwedin soll er bei anderer Gelegenheit zu von ihr nicht gewünschtem Sex genötigt haben.

Wohingegen der Guardian schreibt:

She told police that Assange had continued to make sexual advances to her every day after they slept together (..).

Doch “Advances” sind übersetzt noch keine “Nötigung” sondern “Annäherungsversuche”, “Avancen”. Die Entscheidung, etwa ob hier ein Fall von Nötigung vorliegt, hat darüber hinaus das schwedische Gericht zu treffen.

Auf DerStandard.at wurde entsprechende Passage nach einem Kommentar von Markus Kienast bereits korrigiert. Der Kommentar selbst ist dabei laut Markus allerdings in der Moderationsschleife hängen geblieben.

Bild: (cc) Ross_TT

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2 Kommentare

  1. p
    Am 20. Dezember 2010 um 22:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In der Tat. Übersetzen mag gelernt sein. Und selbst wenn man sich redlich bemüht und Hilfe sucht ist das noch immer keine Garantie dass es hinhaut. Siehe “Entscheidungsbeschleuniger”: http://awart.net/xRM/2010/10/entscheidungsbeschleuniger/
    lgp.

  2. Thomas Klein
    Am 21. Dezember 2010 um 01:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    tja, selber lesen macht g´scheit. ist ja eigentlich nix neues, aber halt viel schwieriger.