Wir lesen Zeitung
und schauen fern.

Bei „Heute“ riecht es verdächtig nach Fast Food

Mit einer Extraportion Öffentlichkeitsarbeit von McDonalds ist in den letzten Wochen wohl die „Heute“-Redaktion versorgt worden. In vier Ausgaben fallen besonders schmeichelhafte und werbliche Berichte über den Fast-Food-Giganten auf. Hat dessen Kommunikationsabteilung einen besonders guten Draht in die „Heute“-Redaktion?

Nicht nur über die neue Burger-Kreation eines Wieners (21.6.), sondern auch über die Änderungen im Happy-Meal-Menü (26.6.) wird fleißig berichtet.

Dem nicht genug, folgt die hungrige „Heute“-Redaktion auch der Einladung von McDonalds, die „Geheimküche“ zu zeigen. Die Journalistin „enthüllt“ hier einiges über den dortigen Gourmet-Koch:

In dieser kleinen Version einer McDonald’s-Küche kreierte der 2-Hauben-Koch Gerhard Fuchs aus Ried (OÖ) bereits die McWraps (ein Welterfolg), die McNoodles und die McSalads.

Mit viel Liebe testet er dafür Zutaten und erschafft neue McProdukte.

 

Der ganze Artikel liest sich wie ein PR-Text. Haben die Veröffentlichungen mit Anzeigeninvestitionen von McDonalds zu tun?

Was mir noch aufgefallen ist: „Heute“ berichtet in der Ausgabe von 25.6. von einem Bankräuber, der in Simmering festgenommen wurde. Sogar bei Storys zu Banküberfällen kommt McDonalds also wohlwollend inkl. hübschem Marketing-Bildchen vor. 25_6

 

Da bleibt auf die Frage „Willkommen bei McDonalds, Ihre Bestellung, bitte?“ nur zu sagen: Mehr unabhängigen Journalismus bitte!

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3 Kommentar(e)

Timo - Am 18. July 2013 um 21:01

Na gut, kann ja wirklich niemand verlangen, dass die Heute sowas wie Journalismus macht oder? ^^

BigMac - Am 19. July 2013 um 01:06

hat jetzt inhaltlich keine relevanz, aber der fallfehler beim ersten verlinkten artikel irritiert. ansonsten ein schöner bericht!

Chicken Nugget - Am 19. July 2013 um 12:43

Gehen wir mal davon aus, es handelt sich nicht um billige PR, dann wäre die Heute-Journalistin doch tatsächlich in der Lage gewesen hinter die Kulissen zu blicken und die Verantwortlichen mit Fragen zu bombardieren.

Ein kurzes Drüberlesen von „Fast Food Nation“ hätte da schon genügt und man hätte eine stattliche Menge an Fragen zur Verfügung aber ich verlange da offenbar zu viel.
Heute und Journalismus…pff…