Der höllisch lange Freitag in „Heute“: 427 Stunden!

„Heute“ und Heute.at warnten letzten Freitag pünktlich zum Start ins Wochenende:

Laut Statistik passieren vor dem Wochenende die meisten Unfälle mit Personenschaden. Österreichweit sind das 6398 an jedem Freitag – das bedeutet alle vier Minuten ein Crash. Die meisten „Treffer“ gibt es übrigens zwischen 14 und 15 Uhr!

Kurz nachrechnet: 6398 Crashes, alle vier Minuten einer – ein Freitag dauert also 25.592 Minuten, rund 427 Stunden. Ein Blick in das Basic Fact Sheet für Unfallkennzahlen des Verkehrsministeriums weiß hier etwas zu beruhigen: Es waren rund 6400 Unfälle an allen Freitagen des Jahres 2009 zusammen, nicht an jedem.

Woher die 4-Minuten-Taktung stammt, bleibt leider genauso im Unklaren (richtig wäre: alle 12 Minuten) wie die „meisten Treffer“ zwischen 14 und 15 Uhr, denn die fanden zwischen 17 und 18 Uhr statt. Ein Faktum stimmt immerhin in dem Artikel: Freitag.

Update (by HF): Kobuk-Leser „CD“ hat in den Kommentaren das Rätsel gelöst, wie die „Heute“-Redaktion auf „alle vier Minuten ein Crash“ kommt: 6398/(60*24) = 4,4. Nur.. das wären vier Unfälle pro Minute, nicht vier Minuten pro Unfall. In wievielen Details ein einzelner Artikel falsch sein kann, ist immer wieder ein Erlebnis. Oder wie die Amerikaner sagen würden: *facepalm*.

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5 Kommentare

  1. Am 13. Oktober 2010 um 00:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich verstehe es einfach nicht, wie es zu sowas kommen kann. Ist das pure Blödheit oder pure Skrupellosigkeit, eine Studie so falsch wiederzugeben?

  2. CD
    Am 13. Oktober 2010 um 09:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Na ganz leicht, die Statistikasse von heute.at rechneten einfach:
    6398/(60*24) = 4,4

    Dass man dadurch Unfälle pro Minute errechnet (also ~4) is ja eigentlich auch egal.

    Grüße!

  3. Jip
    Am 13. Oktober 2010 um 10:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Siehe @CD – Sie haben also nicht nur die falschen Zahlen insgesamt genommen (>6000 Unfälle/Freitag gegen >6000 Unfälle an allen Freitagen im Jahr), sondern auch noch richtig dumm gerechnet.
    Vielleicht einen 6.-Klasse Praktikanten dafür gefunden?

  4. Ich
    Am 13. Oktober 2010 um 11:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gott sei Dank gibt’s das Kasblatt’l nicht mehr in Graz.

  5. Sven
    Am 13. Oktober 2010 um 11:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Jip: für solche Rechnung brauch es kein 6.-Klasse-Praktikant zu sein. Es gibt viele Menschen in alle Bildungsschichten, die mit Zahlen überhaupt nichts anfangen können.

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