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Obamas fantastische $200 Mio. Reisekosten pro Tag

Screenshot www.glennbeck.com

Anlässlich der Indienreise Barack Obamas sorgte in US-Medien eine Zahl für Furore: 200 Mio. Dollar täglich sollte der Staatsbesuch kosten, die konservativen Moderatoren Glenn Beck und Rush Limbaugh gaben sich entrüstet, CNN berichtete und vor allem FOX widmete sich der Thematik ausführlich:

http://www.youtube.com/watch?v=7o0jUknE3SM

Um diesen Betrag in Relation zu setzen: Der Afghanistan Krieg kostet die Vereinigten Staaten täglich ca. 190 Millionen Dollar. Eine vergleichbare Afrikareise Bill Clintons im Jahr 1998 schlug ohne den als geheim eingestuften Ausgaben für die Sicherheit mit 42,8 Millionen zu Buche, allerdings für die gesamten 12 Tage. Das entspricht 3,6 Millionen pro Tag, wie die New York Times vorrechnet.

Tatsächlich hatten diese lächerlich hoch wirkenden Zahlen nicht lange Bestand. Als Quelle stellte sich eine NDTV-Meldung (New Delhi Television) heraus, die sich wiederum auf eine anonyme Quelle berief. Spätestens nach der Stellungnahme durch Vertreter des Weißen Hauses war die Falschmeldung als solche enttarnt. Das hielt einige deutschsprachige Regionalmedien aber trotzdem nicht davon ab, sie Tage später zu veröffentlichen.

Vielleicht ist das alles aber auch nur ein rein kulturelles Missverständnis.

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5 Kommentar(e)

Günter Felbermayer - Am 17. November 2010 um 14:28

Übersetzungsfehler meine Lieben!
2 billion auf englisch sind im deutschen 2 Milliarden – also 2000 Millionen!!!
;))

Damit wir euch auch mal aufplatteln können 🙂

Peter Pfeiffer
Peter Pfeiffer (Autor) - Am 17. November 2010 um 14:33

Nicht ganz. Glenn Beck summierte in der Headline die 200.000.000 täglich auf 2 Milliarden für die gesamten 10 Tage der Reise. Aber danke für’s Aufpassen. 😉

Helge Fahrnberger - Am 17. November 2010 um 16:35

@Günter Felbermayer: Da wurde nichts übersetzt. $200 Mio sind $200 Mio.

Andreas Kornprobst - Am 10. Januar 2011 um 23:39

200 Millionen sind 200 Millionen. Gut. Aber Akkusativ ist Akkusativ: der Krieg in Afgahnistan kostet DIE Vereinigten Staaten … – nicht DEN Vereinigten Staaten. 😉

Walter Horn - Am 04. Februar 2011 um 16:54

Glenn Beck konservativ? Dann ist Strache liberal!