Wie die Kronen Zeitung das Volk verhetzt

Es ist eines dieser Urteile, die man sonst nur aus Amerika “kennt”: Weil ein Rentner beim Rasenmähen fröhlich jodelte, und damit seine muslimischen Nachbarn im Gebet störte, wurde er von einem Grazer Gericht zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt.

So jedenfalls berichtete es die Kronen Zeitung diesen Sonntag:

Das Leserforum unter dem Artikel musste mittlerweile geschlossen werden, weil „gegen die Netiquette verstoßende Postings überhandgenommen“ hätten. Ein Euphemismus, der in der Regel andeutet, dass die Moderation mit dem Löschen strafrechtlich relevanter Kommentare nicht mehr nachkam.

Doch wenn die Krone ihre Foren schließt, blüht ihre Saat in anderen erst auf. Manche dort haben Herrn G. dann sogar angerufen und ihm finanzielle Unterstützung für seinen Kampf gegen das Urteil angeboten. Doch das wolle er nicht annehmen, berichteten die Anrufer — und das hat einen guten Grund…

Es gibt nämlich gar kein Urteil. Doch der Reihe nach:

Der Freitag

Helmut G. mähte an einem Freitagnachmittag auf seinem Grundstück in Graz den Rasen. „Und weil ich so gut gelaunt war, hab ich dazu gejodelt und ein paar Lieder angestimmt“, erzählt der Pensionist.

Herr G. dürfte ein überaus fleißiger Rasenmäher und Jodler gewesen sein, deutet man unter Verweis auf die Unschuldsvermutung bei jenem Grazer Gericht an, das den Fall verhandelt hat.

Fast ein ganzes Jahr lang, von 2009 bis Sommer 2010 habe er regelmäßig an Freitagen, immer zur Gebetszeit seiner Nachbarn, den Rasen gemäht und dabei „fröhlich“ gejodelt. Oder auf andere kreative Art das Gebet seiner Nachbarn lautstark gestört und verhöhnt, heißt es sinngemäß in den erhobenen Vorwürfen. Auch nachdem die Lautsprecherübertragungen der Gebete in den Garten längst eingestellt waren, soll er sein Treiben noch monatelang fortgesetzt haben.

Die Anzeige

Das passte seinen Nachbarn, gläubigen Moslems, gar nicht. […] Einige fühlten sich von dem rasenmähenden 63-Jährigen in ihrer Religionsausübung gestört – und zeigten ihn prompt bei der Polizei an.

Die Anklage erfolgte nicht auf Betreiben der Muslime. Nachdem die Polizei auf ihre Bitte mehrmals eingeschritten war, hielt sie es aber für nötig, die Vorfälle an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, musste diese dann von sich aus ein Verfahren einleiten. Aus den Akten gehe laut Gericht hervor, dass die Muslime stets auf eine einvernehmliche Lösung gedrängt hätten.

Das „Urteil“

[Das Gericht] verurteilte einen Pensionisten (63) […] „In der Begründung hieß es, mein Jodler habe wie der Ruf eines Muezzins geklungen“, schüttelt Helmut G. fassungslos den Kopf.

Es gibt keine Verurteilung und damit auch keine Urteilsbegründung. Das Strafverfahren wurde nach Diversion, gegen Zahlung einer Geldbuße, eingestellt. Für Herrn G. gilt daher bezüglich aller genannten Vorwürfe weiterhin die Unschuldsvermutung. Auch wenn er selbst der Diversion ausdrücklich zugestimmt hat.

Epilog

In einem Folgeartikel rühmte sich die Krone gestern, unser Land über die Grenzen hinaus mit ihrer „Exklusivstory“ lächerlich gemacht zu haben:

Vom „irren Jodel-Prozess in Österreich“ berichtet die „Hamburger Morgenpost“, „skurril“ nennt der deutsche „Express“ das umstrittene Urteil: Die „Steirerkrone“-Exklusivstory über den Moslem-Streit in Graz […] schlug Wellen bis über die Landesgrenzen hinaus!

Sogar Johannes B. Kerner wolle den Rentner jetzt in seine Show einladen, heißt es. Na, dann kriegen unsere Freunde vom BILDblog ja vielleicht auch noch was zu tun…

[Update 15:07] krone.at hat alle Artikel zu dieser Geschichte offline genommen (heute war kurzzeitig noch ein dritter Bericht über HC Strache hinzugekommen, der sich über das „Urteil“ empöre und anbot, dem Rentner die Strafe zu bezahlen.)

[Update 22:10] Der Standard zitiert Kobuk in seiner morgigen Printausgabe, worüber wir uns prinzipiell freuen. Allerdings hat der Rentner nicht „ein Jahr täglich“ beim Rasenmähen gejodelt, wie das Blatt schreibt, sondern „nur“ wiederholt an Freitagen die Gebete gestört und das — wie ebenfalls bei uns zu lesen ist — durchaus auch mit anderen kreativen Methoden.

[Update 23:30] Der Standard hat den Artikel tlw. korrigiert und lässt den Rentner nun nicht mehr täglich Rasenmähen.

[Update 4.12.] Die Obersteirischen Nachrichten (ON) verbreiten die Krone-Story noch am 2.12. ungeprüft in ihrem Leitartikel weiter. Er schließt mit der Frage: „Wie dumm sind wir Österreicher samt unseren Gesetzen eigentlich“…? (Danke an Wolfgang K. für den Hinweis)

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48 Kommentare

  1. Am 1. Dezember 2010 um 08:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Offizialdelikt? Das kann so nicht stimmen. Wahrscheinlich haben die Polizisten die Belästigung irgendwann zur Anzeige gebracht, weil der Rentner uneinsichtig war.

  2. Am 1. Dezember 2010 um 09:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hat die Krone da bitte jemand angezeigt?
    Das kann unmöglich legal sein und sowas kann man nicht einfach so hinnehmen.

  3. Elisabeth
    Am 1. Dezember 2010 um 10:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Von welchem Offizialdelikt ist hier die Rede?

  4. Rubinchenrot
    Am 1. Dezember 2010 um 10:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hab das Forum unter dem Artikel „zum Abstürzen“ gebracht, in dem ich immer wieder (ein wenig überspitzt, aber sehr sachlich) die Fakten gebracht und so die rechtsrechten Poster zur Weißglut getrieben habe. Irgendwann waren die Beschimpfungen dann so grauslich, daß dem Kroneadmin nichts anders übrigblieb, das Forum zu löschen und zu sperren.
    Ich mache das des öftern im Kroneforum (auch im sg. „TS“). Einfach, um zu zeigen, daß es nicht nur den braunen Bodensatz in Österreich gibt, sondern rational denkende, mitfühlende Menschen, die ohne jede Provokation Fakten replizieren können. Genau diese Fakten vertragen dumpfe Rassisten nämlich überhaupt nicht und entlarven sich so selber.
    Ich würd mir manchmal Unterstützung vor allem im Krone – Forum wünschen, wenn sich zwei, drei Poster finden, die Paroli bieten, dann sind die Admins gezwungen, schneller zu handeln. Anzeigen gegen Poster im Krone Forum landen allerdings im virtuellen Papierkorb, sogar bei offensichtlicher Wiederbetätigung wird nichts getan. Die Macht der Krone scheint auch in die Justiz hineinzureichen.

  5. Am 1. Dezember 2010 um 11:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Saibot & Elisabeth: Herabwürdigung religiöser Lehren ist zb. ein Offizialdelikt.

  6. Am 1. Dezember 2010 um 11:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Saibot & Elisabeth

    Hi, ich hatte bei der Medienstelle des Gerichts auch gefragt, ob die Staatsanwaltschaft hier wegen eines Offizialdelikts von sich aus tätig wurde. Sie bestätigte und skizzierte den Ablauf so: Die Glaubensgemeinschaft habe sich mehrfach an die Polizei gewandt. Die Polizei habe dann ihre Berichte verfasst und es nach einigen dieser Einsätze für nötig befunden, die Berichte an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. (Dieser Schritt war möglicherweise mit der Glaubensgemeinschaft abgesprochen, aber die Initiative zur Strafverfolgung ging von den Behörden aus.) Und die Staatsanwaltschaft habe dann von sich aus entschieden Anklage zu erheben – allerdings erst, nachdem der Beschuldigte ein erstes Diversionsangebot von ihr abgelehnt hatte.

  7. Am 1. Dezember 2010 um 12:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Früher sagte man „sex sells“ heute muß man sagen „idiotism sells“. Oder war das immer schon so?

  8. Am 1. Dezember 2010 um 12:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kleine Korrektur: Hier ging’s sicher nicht um §188 StGB (Herabwürdigung religiöser Lehren) sondern um §189 (Störung von religiösen Handlungen).
    Ungeachtet des sicher verurteiltenswerten Verhaltens dieses Steirers sind beides unzeitgemäße Schutzparagrafen für Religionen. Theoretisch müsste es ja egal sein, wobei er seine Nachbarn stört. Ob das jetzt das Essen ist, Gebete sind oder was weiß ich. Wenn das, wie hier offenbar der Fall war, permanent passiert, ist Schutzwürdigkeit gegeben. NUR: Privatleben – und Privatsphäre, also die intimsten Bereiche eines Menschen, sind vom Strafrecht nur ungenügend geschützt. DAS gehört verbesster. Dafür können wir die veralteten Paragrafen entsorgen…

  9. Am 1. Dezember 2010 um 12:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @markus:
    Dass ein Medium jemanden anzeigt, wär an sich nicht illegal. Aus gutem Grund nicht. Wenn es aber der eigene Informant ist, könnte das schon illegal sein und ist ganz sicher unethisch.

  10. Am 1. Dezember 2010 um 14:29 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Heute und Österreich sind genau so schlimm, auf der 1. Seite 🙁
    Siehe http://jsegalavienne.wordpress.com/
    Armes Land!
    J

  11. Strabo
    Am 1. Dezember 2010 um 14:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In einem Land in dem ausländerfeindliche Parteien 25+ % kriegen ist es leider kaum überraschend das Zeitungen diese Stimmung nutzen/anheizen um Kohle zu machen.

  12. Am 1. Dezember 2010 um 14:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kleine Zusatzinfo, weil ein Leser im Krone-Talksalon meinte, der Mann habe ev. keinen Anwalt gehabt: Laut Gericht war der Mann bei der Verhandlung sehr wohl anwaltlich vertreten.

  13. Am 1. Dezember 2010 um 17:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Respekt und tausend Dank an Hans Kirchmeyr für das Nachrecherchieren dieser Geschichte. Die ganze Story ist mir gleich seltsam vorgekommen, aber eine derart perfide Form von Täter-Opfer-Umkehr, wie sie hier von der Kronen Zeitung betrieben wurde, hätte ich nicht vermutet. Zum Speiben.

  14. Am 1. Dezember 2010 um 17:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, wobei wir aufpassen müssen, dass wir, die wir uns jetzt über die Krone ärgern, nicht in die selbe emotionale Hysterie abgleiten, wie jene, die wir kritisieren. (Zuviel) Emotionalität ist für keine der Seiten ein guter Berater.

  15. Am 1. Dezember 2010 um 19:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Diversion ist meines Wissens nach sehr wohl ein Schuldeingeständnis. Weshalb gilt dann die Unschuldsvermutung? Bitte um juristische Aufklärung.

  16. Am 1. Dezember 2010 um 19:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Peter: Zitat aus einer Facebook-Diskussion:

    Gründe dafür sind in der Regel wahrhaftig subjektiv schlechtere Gewinnchancen, oft aber auch ein simples Zeitthema. Beispiel: Ich möchte für mein Unternehmen einen größeren Kredit aufnehmen – in einer Due Diligence machen sich offene Gerichtsverfahren naturgemäss ganz schlecht. Da kann es schon mal von Vorteil sein, sowas mit einer Einmalzahlung vom Tisch zu schaffen. Wichtig für dich als Beklagten: Es ist in keinster Weise mit einem Schuldspruch gleichzusetzen!

  17. Frank
    Am 1. Dezember 2010 um 20:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Einmal davon abgesehen, dass beinahe alle Zeitungen in Österreich subjektiv und populistisch sind – vor allem die Krone aber auch der Standard usw. ist es mit deinem Blog Artikel genau so. Völliger Nonsens mit pseudojuristischem Wissen. Du solltest die Wörter Diversion, Unschuldsvermutung, Offizialdelikt, Anklage aktiv betreiben und dergleichen nicht verwenden, wenn du keine Ahnung hast, was diese bedeuten.

  18. Am 1. Dezember 2010 um 20:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Frank,

    das Problem ist nicht, Fehler zu machen, sondern der Umgang mit ihnen. Daher stehen wir auch zu ihnen und korrigieren inhaltlich bedeutsame Fehler offen. Du musst mir nur noch sagen, welche inhaltlichen Fehler deiner Meinung nach ein Erratum erfordern.

  19. frufri
    Am 1. Dezember 2010 um 21:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    auch erstaunlich – das „internet medium“ hat bereits (in ähnlich grauslich/kurzsichtiger weise) darüber berichtet:
    http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=945:moslems-gestoert-800-euro-geldstrafe&catid=1:erstaunliches

  20. Frank
    Am 1. Dezember 2010 um 21:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Problem ist, dass es grundsätzlich richtig und doch so falsch ist. Ich versuche es kurz und knackig zu formulieren.

    Diversion – bei einer Diversion gilt eben genau die Unschuldsvermutung nicht mehr! Im Prinzip ist eine Diversion eine Bestrafung ohne Eintrag in das Strafregister. Missbrauch ist hier ein Leichtes. Es gibt keinen ordentlichen Prozess mehr.

    „eine Anklage aktiv betreiben“ und „Offizialdelikt“ im selben Absatz verwenden und dabei noch irgendwie in einen Kontext zu bringen ist ebenfalls totaler Quatsch. Das eine ist Zivilprozessrecht, das andere Strafrecht. Allerhöchstens kommt ein Ermächtigungsdelikt (Gegenteil vom Offizialdelikt) in Frage. Hier jedoch sicherlich nicht!

    Damit habe ich dir eigentlich gar nichts erklärt. Es tut mir leid, aber ich habe keine Zeit dir hier Juristerei beizubringen. Sollte ich dennoch einmal ein Zeitfenster irgendwo finden und zufällig an deinen Blog denken, schreibe ich dir eine E-Mail. LG

  21. Wie blind???
    Am 1. Dezember 2010 um 23:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ich mein wie dumm ist das den? sollen wir uns echt alles bieten lassen vom islan….? seit ihr solche gutmenschen?

  22. Am 1. Dezember 2010 um 23:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ Frank
    Juristen, mit denen wir gesprochen haben, sehen das anders (übrigens auch Wikipedia zur Unschuldsvermutung nach Diversion). Den Satz zum „aktiven Betreiben“ der Anklage habe ich dennoch etwas umgestellt um Missverständnisse zu vermeiden. Danke für den Hinweis.

  23. MAZ
    Am 2. Dezember 2010 um 00:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein Leserbrief zu dieser Story vom bekannten Krone-Leserbriefschreiber Franz Weinpolter ist noch online und kann kommentiert werden: http://www.krone.at/Das-freie-Wort/Titel-Story-233248

  24. Am 2. Dezember 2010 um 09:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es gibt noch weitere Leserbriefe mit Kommentare auf krone.at, siehe hier.

  25. maverick
    Am 2. Dezember 2010 um 10:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Oh man, das ist Qualitätsjournalismus pur.

    Aber mal zum Inhalt:
    Wenn sich der Nachbar von der Religionsausübung gestört gefühlt hat, wieso hat er nicht selbst die Polizei gerufen und eine Anzeige wegen Ruhestörung gemacht?!
    Wohne zwar noch nicht lang in Graz, aber in meinem Heimatort durfte man auch nicht Rasen mähen zwischen 12:00 und 15:00, da man da einfach nicht die Mittagsruhe stören sollte. Wenn der Muslime die Gebete in den Garten per Lautsprecher übertragen hat, denke ich mir schon, dass ihm das gestört hat, aber er hätte ja nur selbst die Pozilei rufen müssen.
    Das er dann solche kindische Aktionen gestartet hat, zeugt nur von der Intelligenz von Krone-Lesern und deren Journalisten. Mittlerweile sind solche Artikel auch nicht mehr dumm, sondern sogar rechtswidrig (als Muslime könnte ich doch die Krone anzeigen wegen Rufschädigung, oder?). Auch wenn so eine Anzeige nichts bringen würde, es würde ein bisschen mediales Aufsehen bringen und die Sache vl ins rechte äh, richtige Licht rücken.

    schwarz weiße Grüße aus Graz!

  26. Am 2. Dezember 2010 um 11:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ Hans, danke für’s Nachfragen.
    @Helge, dann hatte ich ja Recht mit dem Offizialdelikt. Ich hätte zwar auf Ruhestörung getippt aber §189 geht ja auch gut in diesem Fall (im Übrigen find ich diesen § sehr wohl berechtigt, wie dieser Fall zeigt). Vieleicht sollte man das im Artikel auch ausbessern?

  27. Deatroy
    Am 2. Dezember 2010 um 11:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

    !!!!!! Nachdem die Lautsprecherübertragung der Gebete in den Garten eingestellt worden war !!!!!!! Fällt Euch etwas auf? Ich denke der Rentner hätte zu diesem Zeitpunkt Polizei, Amt etc, öffentliche Wege bestreiten müssen. Kindisch zu jodeln ist in dem Fall nach hinten losgegangen. Für mich sind in dem Fall die Muslime die ursächlichen Ruhestörer. Oder findet Ihr das normal …

  28. caru
    Am 2. Dezember 2010 um 12:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mir fällt schwer zu glauben, daß tatsächlich die Gebete regelmäßig per Lautsprecher ins Freie übertragen wurden. Welchen Sinn sollte das haben?
    Vermutlich ist in der Nachbarschaft des Rentners eine Moschee – d.h. ein Wohn- oder Kellerraum, der den lokalen Muslimen als solche dient – und was jeweils zur Gebetszeit aus (Außen-?)Lautsprechern zu hören ist, ist der Ruf des Muezzins.
    Eventuell benutzt auch ein Imam eine Lautsprecheranlage zum Vorbeten – das hätte allerdings nur bei einem ziemlich großen Gebetsraum einen Sinn. Das ist aber dann keine Übertragung der Gebete ins Freie – sondern es ist höchstens der Lautsprecher zu laut eingestellt.
    Man sollte vielleicht noch klären, wie der Sachverhalt in diesem Punkt wirklich aussieht.

  29. Am 2. Dezember 2010 um 12:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Deatroy
    Es ist nicht unsere Aufgabe bei Kobuk zu beurteilen was „normal“ ist und was nicht. Der Artikel der Krone hat die Situation nicht den Tatsachen entsprechend wiedergegeben. Mehr noch: die Geschichte wurde so dargestellt, als ob die bösen Moslems mal wieder das Land entfremden, da man offenbar nicht mal mehr jodeln darf. Das wird kritisiert. Nicht das jodeln, auch nicht das Beten oder das Einschreiten der Polizei.

    Zu den Lautsprechern: da wir nicht wissen, wie laut die waren- wie störend es denn tatsächlich war, kann man dazu nichts sagen. Hätten sich Nachbarn dadurch belästigt gefühlt, hätte man (wie oben in Postings schon gesagt) etwas machen können.

  30. Nashwin
    Am 2. Dezember 2010 um 13:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Frank

    Am besten gefällt mir immer, wenn sich Leute mit juristischem Halbwissen als große Rechtsexperten aufspielen und andere wegen vermeintlich fehlerhaften Darstellungen kritisieren.

    Im vorliegenden Fall geht es offenbar um §188 (Herabwürdigung religiöser Lehren) oder §189 (2) StGB (Störung einer Religionsübung). Beides sind Offizialdelikte.

    Die Zustimmung zur Diversion gilt nicht als Geständnis oder Schuldeingeständnis. Kein ordentliches Gericht hat über die Schuld befunden, daher hat der Betreffende weiterhin als unschuldig zu gelten.

  31. atheist
    Am 2. Dezember 2010 um 17:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Würde hier irgendein evangelikaler Christ gestört, dann fändet ihr es alles toll. Ihr seid ja solche Heuchler. Wer hat denn mit dem Lärm begonnen? Die religiösen Spinner da!

    §188 u §189 StGB gehören verdammt noch mal gestrichen!

  32. Hias
    Am 2. Dezember 2010 um 21:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ atheist
    Nein ich fände es auch unfair wenn es ein Christen wären.
    Und ich glaube das niemand hier einen jodelnden und rasenmähenden Nachbarn haben möchte.
    Außerdem entnehme ich deinem Namen das du Atheist bist, daher verstehe ich nicht
    weshalb du dich für Christen einsetzt und Moslems als religiöse Spinner herabwürdigst.
    Ich bin übrigens auch Atheist und finde trotzdem dass man JEDE Religion respektieren sollte solange
    sie keinen beleidigt oder in sonstiger art negativ beeinflusst!

  33. Am 3. Dezember 2010 um 01:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    da scheint der krone das kleine bezirksgericht in den lokalteil geraten zu sein.
    abgesehen von der verunglimpfung von mitgliedern einer anderen religionsgemeinschaft wird in diesem massenblatt auch noch aufs schlimmste die österreichische justiz diskreditiert. gibt es da nicht einen paragraphen im mediengesetz – widerruf, entgegnung, richtigstellung?
    eine bitte hätte ich aber doch: ich bin mitglied der röm-kath. kirche und anerkenne und respektiere jede andere weltreligion und setze mich auch dafür ein, dass jeder seine religion im rahmen von lokalen gesetzen überall auüben darf. ich möchte bitte nicht als ungläubiger bezeichnet werden. das macht mich nämlich genauso zornig wie erfundene zeitungs-stories. danke.

    ps: ich hab von einer gründlichen recherche gehört, demnach ein franz weinpolter gar nicht existiert

  34. nelly
    Am 4. Dezember 2010 um 11:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    wenn ich mir den entry aber anseh unterscheidet den aber garnix von der kronen-zeitungsberichterstattung… allein der erste satz „gerichtsurteile die man nur aus amerika kennt“ soso welche urteile kennt man denn da so, und welche kennt man aus brasilien, ruanda, china und japan..

    ausserdem vermiss ich eine angabe, wie oft denn diese lautsprecherdurchsagen stattfanden.. wenn mein nachbar jeden nachmittag ne stunde lang ö1 via lautsprecher in den garten „streamt“ wird er mir auch relativ rasch mal am a…. gehen, egal obs sich da jetzt um religiöse lehren oder den neuesten dj ötzi-schmäh handelt

    generell würd mich jetzt aber interessieren wieviele von denen, die da jetzt hinhacken, in einer „fluglärmaktivistengruppe“ für ihr „recht auf ruhige umgebung“ kämpfen

    so gsehn ist zwar hetze böse wenns von kronen zeitungs menschen ausgeht… gut ist sie aber, wenn sie gegen die krone leser gerichtet ist… so einfach kann die welt sein

  35. Am 4. Dezember 2010 um 18:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @nelly
    Man könnte auch einfach auf den Link klicken, im ersten Satz — falls einen wirklich interessiert, welche (scheinbaren) US-Urteile gemeint sein könnten.

  36. Hans Hartmann
    Am 5. Dezember 2010 um 10:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für diese Darstellung und Aufklärung.
    Ich bin zwar nicht über die Aufdeckung an sich überrascht, aber dieser Fall ist besonders symptomatisch.

  37. Am 5. Dezember 2010 um 13:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    heute wieder ein leserbrief dazu in der Krone.

  38. nelly
    Am 6. Dezember 2010 um 17:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    klar könnte man auf den link klicken oder man denkt einfach mal ein bissl nach, wie sich dieser satz für nen amerikaner liest… passend zum thema gewählt oder?

  39. Am 6. Dezember 2010 um 19:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Bevor @nelly den Botschafter abzieht, gibt’s jetzt Anführungszeichen im ersten Satz – für alle mitlesenden Amerikaner.

  40. dani
    Am 10. Dezember 2010 um 23:29 Uhr veröffentlicht | Permalink

    danke fürs recherchieren! ich bin jetzt ganz zufällig über den umweg facebook hier gelandet, und find das ganze wahnsinnig interessant und sehr symptomatisch. leider.

    ich lese aus diesem grund bereits seit 10 jahren keine zeitung mehr und höre auch keine nachrichten. wenn mich etwas interessiert versuche ich selbst zu recherchieren. solange es seiten wie diese gibt, bleibt die chance am leben, der wahrheit oder dem kern recht nahe zu kommen. danke.

    an dieser stelle und aus aktuellem anlass zur info für alle. hier gibts eine petition um wikileaks zu unterstützen.
    http://www.avaaz.org/de/wikileaks_petition/97.php

  41. Lara
    Am 16. Dezember 2010 um 19:05 Uhr veröffentlicht | Permalink
  42. GEEnius
    Am 21. Dezember 2010 um 12:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Auch nachdem die Lautsprecherübertragungen der Gebete in den Garten längst eingestellt waren, soll er sein Treiben noch monatelang fortgesetzt haben.

    kein Kommentar. pffff… Wie kann der pensionierte Steirer den noch weiter ärgern, nachdem der Nachbar sogar die LAUTSPRECHER aus dem Garten entfernte????

  43. Gudenuskarli
    Am 22. Januar 2011 um 18:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die ganze RJF postet in der Krone, begonnen hat der Gudenus das aufzuhetzen.
    Auf Kickl darf man auch bei Blödheiten zählen und Strache sowieso.
    Es gibt Mails wo man gegen Bezahlung etwas für posten dazu verdienen kann und dass ist ja den Sozialfällen gerade recht.
    Alles sehr gefährlich und die Krone spielt da auch noch mit?
    Da wird es dann Zeit sie nicht mehr zu lesen wenn dem so ist!

  44. escobar
    Am 11. Februar 2011 um 10:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ach hier trifft sich die geistige gutmenschenelite,und hetzt brav gegen andersdenkende österreicher. vorbildlich muss ich sagen

  45. Edgar
    Am 15. Februar 2011 um 16:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ui, was ist denn hier für ein linkslinker haufen versammelt? aber keine angst, jetzt bekommen die muslime genug nachschub aus ägypten, tunesien, algerien und marokko. und dann jeder poster auf dieser seite einen muslim mit nach hause nehmen.

  46. Einspieler Marjan
    Am 18. Juli 2011 um 12:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wer in Abendland oder in den westlichen Demokratien lebt soll auch die Glaubensfreiheit haben. Soviel steht einmal fest. Vor allem sollte er sich auch freiwillig integrieren. Mit Lautsprechern muslimische Gebete in die Umgebung zu posaunen hat nichts mit Integration zu tun, sondern mit Provokation und Parallelgesellschaft. So etwas nenne ich dann auch permanente Ruhestörung wenn es tagtäglich geschieht. Es geschieht mit Absicht und es ist verwerflich, auch wenn es sich hierbei um eine Moslemfamilie handelt.

    Dass Österreicher auf solche Provokationen meistens moslemfeindlich oder rassistisch reagieren ist natürlich auch verwerflich.

    Fakt ist aber, dass die Schuldfrage hier eher bei den herrschenden Regierungen zu suchen ist. Mangelnder Integrationswillen der Migranten wurde so lange ignoriert bis es zu eklatanten Störungen im Zusammensein kam. Um noch mehr Hass zwischen den Volksgruppen zu vermeiden, versucht die ÖVPSPÖ nun sogar die BZÖFPÖFPK rechts zu überholen. Hier schweigen sich naturgemäß die guten Österreicher peinlich aus, denn diese brutale migrationsfeindliche Politik wird von Namen wie Fekter, Pröll, Faymann, Spindelegger usw. und deren nahestehenden Medien publik gemacht. Strache selbst braucht sich keine Sorgen mehr zu machen, denn seine ursprünglichen Forderungen an die Politik sind schon bei den herrschenden Parteien im Parteiprogramm angesiedelt. Integration kann und darf nicht erzwungen werden, es sollte freiwillig geschehen zum Nutzen der gesamten Nation. Darüber sollte sich die Politik Gedanken machen.

    Strache war ein Nazi, als er noch alleine danach rief, den Ruf des Volkes folgend. Hier stellt sich nun die Frage, ob nicht schon die gesamte Regierung nazistisch oder zumindest ausländerfeindlich agiert. Grüne Ideen nützen der Integration leider auch nicht viel. Da müssten sich schon eher die Österreicher im eigenen Land integrieren.

    Die Kronenzeitung, Österreich und Heute, ja das sind Volksverdummungsblätter meinen die guten Österreicher und lesen Standard, Presse, Profil und sonstige. Obwohl sie naturgemäß viel intelligenter sein müssten. Wahrscheinlich begreifen sie die realistischen Szenarien genauso wenig, warum unsere Gesellschaft so nicht funktionieren kann, wie die Leser von erstgenannten Medien. Hier sehe ich keinen Unterschied mehr.

    Es ist genauso dumm gegen das eigene Volk zu agieren, als für nicht integrationswillige Migranten den Fürsprecher zu spielen.

    Nun stelle ich mir noch die Frage: Was würde in der Türkei mit einem praktizierenden und provozierenden Christen geschehen, der lautstark mit Kirchenmusik die im benachbarten Garten betende Muslime stört?
    Eine berechtigte Frage mit ungewissem Ausgang. Solche Fragen existieren für die guten Österreicher als Nestbeschmutzer schon lange nicht mehr. Denn sie sind schon über alles erhaben.

    Der muslimische Nachbar hat absichtlich provoziert, der heimische Nachbar hat falsch reagiert, die Kronenzeitung hat Unwahrheiten verbreitet und die Fürsprecher des Erstgenannten stehen genauso daneben.

    Und deshalb so viel Geschrei.

  47. Martin Loos
    Am 5. Dezember 2012 um 14:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schei[…]
    Kommentar entfernt.

  48. Jutta
    Am 6. Dezember 2012 um 17:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

    …tja, es hat den Anschein, als wenn die Österr. allmählich aus dem eigenen Land vertrieben werden.
    Wer hier im Land das Sagen hat, steht längst fest!
    Unter der Primise der „Glaubensfreiheit“ treiben diese seltsame Blüten.
    Ich stelle mir oft die Frage: dürfte ich, wenn ich in einem islamischen Land meine christliche religon (Ev.Lutheranisch) ausüben wollte, ob ich dort auch eine christliche Kirche errichten dürfte???

    Was ist mit der Freiheit in Österreich passiert? In einem Land, in denen sich die Österreicher beschimpfen lassen müssen!
    Es sollte endlich ein Zuwanderungsstop, wie in Kanada, Australien, ect. auch in Österreich einzug halten!

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