Kategorien-Archiv: Bildbearbeitung

EU-Infografik: Krone.at geografisch nicht ganz sattelfest

In einem Artikel über die Wohlstandsverteilung in der EU auf Krone.at haben sich in der Infografik einige Fehler eingeschlichen:

Laut Krone.at ist Kroatien (1) nicht Mitglied der EU, genauso wenig wie weite Teile Dänemarks und einige schwedische und estnische Inseln (2), Teile Schottlands und Irlands (3) sowie balearische Inseln (4). Kroatien ist seit 1. Juli 2013 EU-Mitglied und in der Originalstatistik auch erfasst. Nach der Zählweise der Krone (Durchschnitt aller Kriterien) wäre die Farbe Dunkelrot angebracht gewesen.

Die EU-Mitglieder Malta, Griechenland, Bulgarien und Zypern wurden überhaupt komplett durch Euroscheine verdeckt, die über die Grafik gestreut wurden.

Wohlstand gelb

Edit:

Die Grafik wurde gleich nach dem Erscheinen dieses Kobuks ausgebessert: Die zuvor verdeckten Mitgliedsstaaten sind jetzt sichtbar und die fehlenden Teile wurden eingefärbt.

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„Österreich“ macht Mikl-Leitner zur Polizeibeamtin

„Österreich“ veröffentlicht in ihrer Printausgabe vom 4.Dezember ein Foto von Johanna Mikl-Leitner. Die Innenministerin ist mit Polizeikappe und farblich abgestimmter Jacke zu sehen. Dass es sich hierbei um eine Fotomontage handelt, kann man nicht erkennen, da es nirgends vermerkt wurde.

miklneuneu

In der Online-Version war die Redaktion aber korrekter. Dort steht in der Bildunterschrift das Zauberwort „Montage“.

Das Originalbild findet man des Öfteren auf oe24.at. Hier zum Beispiel. Oder hier, hier und hier. Man könnte meinen, der Redaktion wäre das Bild mit der Zeit zu langweilig geworden.

mikl

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Krone: Lügen mit Bildern als „journalistisches Stilmittel“

Man muss das Problem der Kronen Zeitung schon verstehen. Echte Fotos vom drohenden Bürgerkrieg in Ägypten geben einfach zu wenig her. So ein Muslimbruder, der muss die „Krone“-Leser anspringen wie die schreiende Katze in einem schlechten Hollywood-Schocker:

krone_aegypten_manipulaton

Nein, den Vertikalhinweis in Mikroschrift lassen wir nicht gelten. Fotomontage-Hinweise, die schlechter erkennbar sind als die Manipulation, verfehlen ihren Zweck. Und ja, die Montage ist schlecht, aber sie erzielt einen gewünschten Effekt.

Dabei hatten wir doch erst letzten Sommer die schöne Syrien-Montage, mit der die „Krone“ weltweit Wellen schlug:

Foto: derstandard.at

Davor den Kopf des Golf-Millionärs, dem die „Krone“ einen neuen Körper verpasste:

krone_millionenmann_manipulaton

Im Vergleich fast harmlos, das Foto vom Panzerwagen, das vier Jahre später einer Hausräumung in Wien zugeschrieben wurde:

krone_hausbesetzung_manipulation

Königin Beatrix, die — plötzlich zehn Jahre jünger — scheinbar vor der Innsbrucker Uniklinik stand:

Die Hunde-Schockbilder aus der Ukraine, die von überall her kamen, nur nicht aus der Ukraine:

krone_ukraine_manipulation

Der vermummte Student, der laut „Krone“ die Uni-Wände mit Parolen besprühte:

Foto: BILDblog

Ein Demonstrant, der fürs Titelblatt ein bisschen aggressiver an die Polizei herangerückt wurde:

Foto: http://imgur.com/OA9ku

Und viele viele mehr. Wir haben hier sicher nicht einmal die Spitze des Eisbergs angeschmolzen. Für das letzte Bild hat sich die „Krone“ — damals noch unter dem alten Dichand — übrigens so entschuldigt:

Durch ein äußerst bedauerliches Missverständnis wurde das ursprünglich querformatige Bild spätnachts reprotechnisch so verzerrt, dass der Demonstrant etwas näher bei der Polizei zu stehen schien, als dies tatsächlich der Fall war (rechts). Diese Montage geschah ohne Wissen der Chefredaktion. Wir bedauern diese technische Panne außerordentlich.

„Technische Panne“, klar.

Zwölf Jahre später, nachdem die Syrien-Fälschung aufgeflogen ist, kennt der junge Dichand solche Scham nicht mehr. Für ihn fehlte offenbar nur ein kaum lesbarer Alibi-Hinweis:

Während wir die Copyrights beider Fotos korrekt angegeben haben, fehlte leider der Hinweis darauf, dass es sich eben um das journalistische Stilmittel einer Fotomontage handelt. Wir entschuldigen uns für dieses Versäumnis.

Dieses Statement vom Herausgeber der größten Tageszeitung Österreichs hätte einen größeren Aufschrei verdient als die Fotomontage selbst. Denn das Problem ist nicht wie gut oder schlecht eine Manipulation erkennbar ist, sondern:

Wer das Lügen mit Bildern zum „journalistischen Stilmittel“ erklärt, dem ist in der Berichterstattung jede Verfälschung zuzutrauen.

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ORF retuschiert Logos der Konkurrenz weg

In der Zeit im Bild – am 18. Juli um 13 Uhr (Beitrag in der ORF TVthek eine Woche abrufbar) – wurden bei einem Bild, zur Ankündigung eines Beitrags, die Logos zweier Konkurrenzsender einfach wegretuschiert. Die Schriftzüge der Privatsender befanden sich auf den gut sichtbaren Mikrofonen. Im Beitrag selbst waren die Logos anschließend wieder deutlich erkennbar.

orf_logos_nichtretuschiert

Auf Anfrage von Kobuk schickte uns Markus Wibmer von der ORF-Pressestelle folgende Stellungnahme:

„Der ORF bedauert – gerade im Licht der Diskussion vor wenigen Tagen –, dass es durch die individuelle Fehlleistung eines Mitarbeiters zu diesem Fehler gekommen ist. Aufgrund des sehr engen Zeitkorsetts konnte das Hintergrundbild inhaltlich-redaktionell nicht mehr kontrolliert werden. Es wurden jedoch mittlerweile Vorkehrungen getroffen, zukünftig solche Fehler auszuschließen.“

Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Vor kurzem wurde aus einem Foto auf ORF.at, welches bei der Zwischenlandung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Wien aufgenommen wurde, das Logo des Radiosenders 88.6 wegretuschiert. Laut ORF-On-Geschäftsführer Karl Pachner war das „redaktionelle Linie“ – die Firmenlogos könnten schließlich vom eigentlichen Bildinhalt ablenken. Für ORF.at wurde diese Vorgabe schließlich aufgehoben. Bis zur ZIB-Redaktion haben sich die neuen Regeln aber wohl noch nicht herumgesprochen.

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Oe24.at macht Tyra Banks zum Alien

Oe24 bzw. der Ableger „Madonna“  berichtet am 21.11.2012 über ein Foto von Tyra Banks. Obwohl das Bild offensichtlich bearbeitet wurde, gibt man sich entsetzt:

 „Das Topmodel hat ein völlig deformiertes Bild von sich selber getwittert – und lacht darüber! Doch Fans wundern sich. Seit wann hat Tyra so ein deformiertes Gesicht? Die Wahrheit ist – schon immer.“

Das Supermodel twitterte in letzter Zeit häufiger solche Bilder von sich selbst. Schmales Kinn, hohe Stirn – die Augen wirken unnatürlich nach hinten verschoben.

Nein, die Frau versucht nicht ihre Karriere zu ruinieren. Sie macht mit den Bildern Werbung für die Handy-App Smize Yourself. Das Spielzeug, mit dem man Gesichter verzerren kann, wurde von Tyra Banks eigener Firma entwickelt. Sie wirbt mit den Fotos auch im iTunes Store. Fakten, die leicht festzustellen gewesen wären. Aber tot-recherchierte Geschichten verkaufen sich eben schlecht.

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„Krone“ fälscht Foto von Millionengewinner

Der österreichische Golfprofi Bernd Wiesberger hat dieses Jahr schon über 1 Million Euro an Preisgeld gewonnen – die Kronen Zeitung schrieb am 12.11.2012 darüber. Allerdings war das Bild nicht echt und der Profi erzürnt.

Die Version der Krone

 

Das Original von Reuters

Im Krone-Bild umarmt Wiesberger den großen Geldstapel. Im Bildtext steht:

… damit knackte er als erster heimischer Golfer die 1-Million-Marke.

Doch die Kronen Zeitung hat dieses Foto manipuliert. Bernd Wiesberger gewann nämlich sein Geld auf verschiedenen Turnieren. Das Orginalfoto stammt von Reuters und zeigt eigentlich den deutschen Poker Weltmeister Pius Heinz, der im Jahr 2011 8,7 Millionen Dollar gewann. Diese 8,7 Millionen Dollar lagen damals am Poker Tisch und der Sieger umarmte diese Menge Geld.

Dass es sich um eine Fotomontage handelt, druckte die Krone am rechten Bildrand sehr klein ab. Dass Bilder auf Menschen aber stärker wirken als klein gedruckter Text, zeigte die Reaktion des Golfprofis und seines Umfeldes. Er erfuhr noch im Ausland von dem Bild und war bei seiner Rückkehr erbost. Gegenüber LAOLA1.at sagte er:

Selbst in meinem engsten Bekanntenkreis haben viele geglaubt, dass das Foto echt ist.

Dabei würde ich mich nie so ablichten lassen.

Er nannte das Foto geschmacklos und unprofessionell.

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