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Kategorie: Lapsus

Kennt ihr den Wilhelmsschrei? Ein Todesschrei auf Band, der erstmals in den 50ern für die Nachvertonung eines Hollywood-Films eingesetzt wurde und so markerschütternd gut gelungen ist, dass er zum Teil bis heute als Synchronschrei des Todes eingesetzt wird. Oft auch als Insider-Gag unter Soundleuten. Rechts ein Zusammenschnitt.

Der Wilhelmsschrei scheint beim ORF einen kleinen Bruder zu haben.

Schon bei „Dancing Stars“ (ich habe nur ein paar Ausschnitte im Internet gesehen, ich schwöre), habe ich mich gewundert, wie eine Handvoll betulicher Herrschaften, an ihren Tischchen im ORF-Ballroom, akustisch ausrasten können wie bei einem Hansi-Hinterseer-Open-Air. Ich hab dann ein bisschen genauer hineingehört, in den Studio-Applaus, und seither verfolgt sie mich durch alle großen ORF-Shows, die ORF-Eule:

(Video laut aufdrehen und auf das „Uhuhuhuuu!“ im Hintergrund achten)

Hört ihr sie auch?

Wie „Das Biber“ entdeckte, berichtete „Österreich“ in der Ausgabe vom 13. Oktober über den hohen Ausländeranteil in Österreich. Die Grafik wies zumindest einen Fehler auf:

Die „Krone“ toppte „Österreichs“ faux pas in der Krone Bunt vom 16. Oktober und verlegte Serbien nach Bosnien:

Nicht der erste Kobuk vom Balkan.

Ein Kurier-Leser wurde stutzig, als er die Titelgeschite vom 28. August in den Händen hielt. „Rekordfrau“ Gerlinde Kaltenbrunner mit Bart?

Gerlinde Kaltenbrunner ist Darek Zaluski.

Des Rätsels Lösung: bei dem abgebildeten Gipfelstürmer handelt es sich laut Bildtext um Kaltenbrunners Kollegen Darek Zaluski.

Danke Tim für den Hinweis!

1. Die „Kleine Zeitung“ lässt am 25.05. in einem Bericht über Tornados in den USA vier Tote sterben:

2. Wie man solche Fehler vermeidet, zeigt die Printausgabe der „Presse“ am 29.05. auf Seite 45:

3. Der ORF verwandelt am 12.04. Staatssekretär Sebastian Kurz im Interview zu einer Frau Schittenhelm (nach 4:20 min):

4. Nach dem Erdbeben in Japan war man bei Oe24.at so verwirrt, dass man seitdem die Erdrotation im gleichen Artikel für um 1,8 Mikrosekunden erhöht und weniger Zeilen darunter wieder für verkürzt hält:

Herzlichen Dank u.a. an Tom und Klaus für die Hinweise.

Bild.de hat ein Interview mit Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty geführt, das mitten in einer Antwort endet:

Vielleicht war der Autor zu dieser späten Uhrzeit auch zu müde, um das Interview fertig zu transkribieren.

Sonntag, später Abend (Ortszeit): US-Präsident Barack Obama verkündet live im TV den Tod von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden. Blöd nur, dass diese beiden Namen leicht zu verwechseln sind:

Fox und ihre „Breaking News“ (Video):

Spiegel.de lässt den US-Präsidenten auf See bestatten:

Auch auf ElPais.com starb Obama Bin Laden:

Steffen Seibert, offizieller Regierungssprecher von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel twitterte deren offizielles Statement:

…doch er korrigierte selbst kurz darauf:

Futurezone.at reagierte bald auf ihren Obama/Osama-Fehler, jedoch war er noch auf Google News zu finden:

Doch nicht nur die ähnlichen Namen der beiden bereiteten vielen Medien kleine Probleme, auch ein Bild des toten Bin Laden machte schnell die Runde. Dass es sich hierbei um eine Fotomontage handelt, zeigt Larry Brown von „Larry Brown Sports“.

Danke an Armin Rogl, @Dyrnberg, und allen weiteren Twitterern für die Hinweise!

DerStandard.at sowie BildBlog.de haben sich übrigens ebenfalls der Osama/Obama-Fehler angenommen.

Hingucker Nr. 1:
Da haben Lektor und CVD von der „Presse“ wohl nicht so genau auf die Titelseite geachtet:

DiePresse_Titelblatt
Das „Die Presse“-Titelblatt vom Mittwoch, 23.03.

Hingucker Nr. 2:
71% ist größer als 81% und 71% ist nicht gleich 71%?
DiePresse twitpic
„Die Presse“ vom 26.03., hier gefunden.

Hingucker Nr. 3:
Kleine Fehler können überall passieren, dies zeigt auch die „Kronen Zeitung“, die einfach mal Holland gegen Niederlande spielen lässt:
Screenshot: kronetipp


Ein am 21. März erschienenen Gastkommentar auf DerStandard.at ist möglicherweise dem Lektorat entwischt.

Schon eine Google-Suche nach „Lybien“ (ein durchaus häufiger Fehler) fragt recht höflich:

Auch der Titel der Militäroperation scheint eher von Kinderbüchern oder Videospielen inspiriert zu sein. Tatsächlich heißt die Operation nicht Odyssey Down sondern Odyssey Dawn, das Wirtschaftsblatt erklärt sogar warum.

(Danke an Ralf M. für den Hinweis.)

Sowohl auf der Titelseite von gestern als auch online erklärt uns die „Presse“:

Plutonium ist eines der seltensten Elemente der Erdkruste, es kommt nur als Begleiter von Uran vor: ein Atom auf 140 Milliarden Pu-Atome.

Der letzte Satz stellt die vorangegangene (und richtige) Aussage auf den Kopf: Pu ist das chemische Kürzel für Plutonium. Kommt nun ein Plutonium-Atom auf 140 Milliarden Plutonium-Atome? Oder ein Uran-Atom?

Richtig ist nichts von alledem. In Wirklichkeit kommt im Uranerz ein Plutonium-Atom auf 140 Milliarden U-, also Uran-Atome.

Österreich“ und Krone.tv zeigen das Video eines spektakulären, neuen Naturphänomens: Wellen frieren derzeit an der kanadischen Ostküste ein. Seltsam nur, dass der gezeigte Videoausschnitt aus einem Video stammt, das schon 2007 bei YouTube hochgeladen wurde, also nicht ganz so aktuell ist:

„Österreich“ hat das Video von einer Frau neu einsprechen lassen. Aktuell ist es dennoch nicht. Auch wenn es in Neufundland derzeit Minus-Grade hat.

Danke für den Hinweis von Oliver Ritter.