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Obamas fantastische $200 Mio. Reisekosten pro Tag

Screenshot www.glennbeck.com

Anlässlich der Indienreise Barack Obamas sorgte in US-Medien eine Zahl für Furore: 200 Mio. Dollar täglich sollte der Staatsbesuch kosten, die konservativen Moderatoren Glenn Beck und Rush Limbaugh gaben sich entrüstet, CNN berichtete und vor allem FOX widmete sich der Thematik ausführlich:

http://www.youtube.com/watch?v=7o0jUknE3SM

Um diesen Betrag in Relation zu setzen: Der Afghanistan Krieg kostet die Vereinigten Staaten täglich ca. 190 Millionen Dollar. Eine vergleichbare Afrikareise Bill Clintons im Jahr 1998 schlug ohne den als geheim eingestuften Ausgaben für die Sicherheit mit 42,8 Millionen zu Buche, allerdings für die gesamten 12 Tage. Das entspricht 3,6 Millionen pro Tag, wie die New York Times vorrechnet.

Tatsächlich hatten diese lächerlich hoch wirkenden Zahlen nicht lange Bestand. Als Quelle stellte sich eine NDTV-Meldung (New Delhi Television) heraus, die sich wiederum auf eine anonyme Quelle berief. Spätestens nach der Stellungnahme durch Vertreter des Weißen Hauses war die Falschmeldung als solche enttarnt. Das hielt einige deutschsprachige Regionalmedien aber trotzdem nicht davon ab, sie Tage später zu veröffentlichen.

Vielleicht ist das alles aber auch nur ein rein kulturelles Missverständnis.

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CNN vs. Al Jazeera im automatischen Kobuk!

Die Gegensätze, die ein gleichzeitiger Blick auf die Frontpages von CNN auf der einen und BBC oder Al Jazeera auf der anderen Seite offenbaren, sind spätestens seit dem Irak-Krieg Legion. Nun ist mit WTF CNN?! ein Dienst erschienen, der CNN direkt Al Jazeera oder wahlweise zehn anderen internationalen Nachrichtenwebsites gegenüberstellt.

Hier ein Vergleich von Anfang April, als CNN das an die Öffentlichkeit gekommene US-Militärvideo aus dem Irak komplett ignorierte:

Die Macher erklären in einem offenen Brief ihre Motive:

Dear CNN,

We know you think this is what we want, but it’s not. We don’t care what random Tweeters think about a news story, how many holograms you have in your Situation Room, or even the latest celebrity gossip.

We care about our world. Instead of using your resources to do the journalism that gives us a better understanding of this world — we get the front page of CNN.com.

Why do we have to look enviously at the front page of Al-Jazeera English for a better sampling of important news stories at any given time? If the CNN frontpage is a reflection of consumer demand, are we to believe that their readers demand real journalism?

Consider this a gentle nudge from the anonymous Internet, CNN.

Danke an Michael Horak für den Hinweis!

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Die Krux mit der Illustration von Artikeln

Manchmal ist das richtige Bild, oder eben dessen richtiger Einsatz, gar nicht so einfach, wie folgende kleine Liste zeigt:

Beispiel eins: In der Redaktion von Heute.at wusste man zwar, wie man ein (recht wenig sagendes) APA-Bild des einen Artikels bei einem anderen wiederverwendet, jedoch nicht mehr, wie man die Bildunterschrift verändert:

Beispiel zwei: Die folgenden Screenshots sind alle von verschiedenen Portalen über die selbe Story. Während man auf CNN und BBC eine kleine Bildunterschrift spendiert, die die abgebildete Person korrekt als das Opfer auszeichnet (wobei man es im BBC-Artikel auch für dessen Anwalt halten könnte), wird auf Oe24.at durch eine als Bildunterschrift interpretierbare Überschrift der Eindruck vermittelt, als handle sich bei der abgebildete Person um das Opfer und nicht den Täter:

Beispiel drei: Dass ein Bild einem Artikel inhaltlich nahe steht, muss jedoch auch nicht immer sein, wie DerStandard.at zeigt. Die Nascar-Autos zum Artikel über eine neue DSL-Technologie mögen zwar die Assoziation „Auto = Geschwindigkeit“ auslösen, so ganz überzeugt das Bild jedoch nicht.

Wer weitere Beispiele einer „Text-Bild-Schere“, kann uns gerne einen Hinweis geben, den wir dann in späteren Updates berücksichtigen!

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Der journalistische Fehler, der Neda ins Exil trieb

Ihr Gesicht ist das Gesicht des iranischen Widerstands: Neda Soltani. Der gewaltsame und auf Video aufgenommene Tod einer jungen Frau hatte die ganze Welt berührt. Doch Neda Soltani ist nicht tot, sie wurde nur Opfer einer Verwechslung, eines journalistischen Fehlers.

Ein Fehler, der Neda nach Deutschland ins Exil trieb, und sie jetzt um ihr Bild kämpfen lässt. Mit wenig Erfolg. Die Ruhrbarone haben Neda getroffen und diese unglaubliche Geschichte vom Versagen der Medien aufgezeichnet.

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